Amsterdam und nahe Küste

06.10.21 bis 17.10.21 Wahrscheinlich wird das unser letzter Urlaub mit dem Wohnmobil für dieses Jahr. Wegen dem Streß durch die Überschwemmungen haben wir beschlossen etwas länger als eine Woche zu fahren. Dadurch hätten wir die Möglichkeit gehabt, weiter in den Süden zu fahren, falls das Wetter nicht gut ist. Die Wettervorhersage für Amsterdam war aber in Ordnung für die Jahreszeit und so blieb es bei unserem Plan in diese Region zu fahren.

Am Mittwoch, dem 06.10. starteten wir um 10 Uhr. Montag und Dienstag musste ich noch arbeiten. Wir haben die Tage genutzt um im Keller die Wände mit Rigibs zu verkleiden. Mit tanken und einer kleinen Rast waren wir um kurz nach drei auf dem Gaasper Camping bei Amsterdam. Den Platz hatte Marion im Voraus reserviert. Er ist ca. 10 km vom Zentrum entfernt. Ein gepflegter Platz mit modernen und sauberen Sanitäranlagen. Leider musste man zum Duschen und spülen mit warmen Wasser extra Münzen ziehen.

Da das Wetter richtig gut war, sind wir auch gleich mit den Rädern nach Amsterdam gefahren. Natürlich durchgängig auf gut ausgebauten Radwegen. Das Fahrrad ist in Amsterdam einfach das Verkehrsmittel der Wahl. Geparkt haben wir am Nieuwmarkt weil es sich so ergeben hat. Das er gleich neben dem Rotlichtviertel liegt wussten wir nicht. So sind wir erst mal durch das Rotlichtviertel geschlendert ohne das sofort zu merken. Durch little China, vorbei an der Kirche St. Nikolaus sind wir an die Anleger der Sigthseeing – Schiffe gekommen. An diesem Abend war es zu spät dazu, aber natürlich hatten wir eine Fahrt auf dem Plan. Wir haben erst mal etwas gegessen und getrunken.

Gleich am nächsten Tag haben wir eine Grachtenfahrt gemacht. Bruce war kein Problem und dank unserer Impfungen gegen Corona durften wir auch. Vom Wasser aus bekommt man nochmal einen anderen Eindruck. Ist natürlich typisch Tourist und wir hatten ja auch schon eine gemacht als wir mit Sandra und Jürgen in Amsterdam waren, aber wir fanden sie trotzdem schön.

Wir haben viele Märkte besucht. Auf dem Weg zum Nieuwmarkt, an dem wir oft die Räder abstellten, war mir ein Flohmarkt aufgefallen. Es war der Flohmarkt an der Waterlooplein, angeblich der ältestete von Amsterdam. Geparkt haben wir die Räder vor dem Rembrant- Haus. An dem Tag waren wir auch noch auf dem Blumenmarkt. Auf dem Dappermarkt waren wir auch. Er ist eher ein sehr großer Wochenmarkt mit billigen Klamotten und Waren, die hauptsächlich aus Asien kommen. Aber es gibt auch viele Stände mit Obst und anderen Köstlichkeiten aus aller Herren Länder. Zuletzt waren wir noch auf dem Pekmarkt, obwohl wir eigentlich auf „de Bazaar“ wollten. Den haben wir aber nicht gefunden. Der Pekmarkt ist ein Wochenmarkt. Schön war die Fahrt dorthin weil wir mit einer Fähre übergesetzt haben. Die Fahrt ist kostenlos, so hatten wir eine weitere Gelegenheit Amsterdam vom Wasser aus zu sehen.

Weg vom Blumenmarkt zum Zentrum

Ich habe es mir nicht nehmen lassen Amsterdam auch mal bei Nacht zu erleben. Auch das moderne Amsterdam haben wir uns angeschaut und wir waren vegetarisch essen. Auf unserer Nachttour sahen wir vor einem Lokal viele Leute anstehen. Deshalb hatten wir angenommen, daß es dort gutes asiatisches Essen gibt. Abends servieren sie das wirklich, aber tagsüber gibt es nur vegetarische Snacks. Wir hatten jeder ein Stück leckere Quiche. Anschließend war ich bei einem chinesischen Frisör gleich gegenüber. Bruce hatte Coffee Verkeert genauso gerne wie wir. Wenn es mal regnete, was aber selten war, machten wir es uns gemütlich, spielten auf dem IPad oder Frank übte Bass.

Mit den Rädern sind wir auch nach Harlem gefahren. Vom Zentrum aus sind das nur 18 km, aber von unserem Platz aus leider 10 km mehr. Auf dem Weg sind wir am Stadion vorbei gekommen und am Flughafen. Wir haben Sandra und Jürgen natürlich ein Bild vom Stadion gesendet. Harlem wurde als schöne Stadt mit mittelalterlichem Flair beschrieben. Ich war etwas enttäuscht als wir dann dort waren. Die Innenstadt ist schon schön und es gibt auch eine sehenswerte mittelalterliche Kathedrale, aber der ganz große Wow-Effekt blieb aus. Aber wir haben sehr lecker gegessen. Gleich an der Kirche fanden wir ein Sushi-Restaurant. Dort konnte man über ein Tablet bestellen und sie boten „all you can eat“ an. Im Nachhinein denke ich, die Radtour hätten wir uns sparen können. Die Strecke ist erstens nicht schön, von Harlem ist wirklich nur die Innenstadt sehenswert und wir hätten Harlem von Zandvoort aus besser erreichen können. In Zandvoort waren wir nach Amsterdam. Sportlich gesehen war es aber eine tolle Leistung von Marion.

Die Tage in Amsterdam haben uns gut gefallen. Die Innenstadt riecht immer ein wenig nach Cannabis, machmal ist der Geruch aber auch stärker wenn man in der Nähe eines der Coffeeshops ist oder eins der Smokeboote (siehe Bild) vorbei kommt. Mit dem Wetter hatten wir Glück. Es hat zwar geregnet, aber immer nur nachts oder nur sehr wenig. In der Woche kommt man sich als Ü50 schon ziemlich alt vor. Der Alterdurchschnitt der Leute auf der Straße scheint dann bei 25 zu liegen. Am Wochenende relativiert sich das etwas. Bruce fand die 10 km Fahrt bis zum Zentrum nicht sooo toll, hat sich aber seinem Schiksal gefügt. In der Stadt hatte er keine Probleme. Er war da ganz entspannt, wie das Video unten zeigt.

Zandvoort

Auf dem Campingplatz hatten wir Leute kennen gelernt, die uns einen Platz in den Dünen in Bloemendaal aan Zee empfohlen hatten. Leider waren dort keine Hunde zugelassen. Deshalb sind wir weiter bis nach Zandvoort gefahren. Von Bloemendaal aus kommend, fanden wir als erstes den Camping „de Duinrand„. Der ist sogar preisgünstig, aber es stellte sich heraus, das daß Wlan nicht gut funktionierte. Ich rätselte erst was das für Gebäude hinter dem Platz sind und vermutete ein Stadion oder einen Flugplatz. Wie sich herausstellte ist es die Rennstrecke in Zandvoort. Die hatte ich nicht auf dem Plan. Ab und zu fuhren auch einige Autos ein Rennen. Der Lärm hielt sich aber in Grenzen. Um zum Strand zu kommen musste man zwar eine Straße überqueren, aber dann hatte man kilometer weit Sandstand. Ich habe es mir nicht nehmen lassen mit nackten Füssen durch das Wasser zu laufen. Zandvoort ist, mit den Hochhäusern an der Küste, eigentlich nicht nach unserem Geschmack. Im Zentrum sind aber typische Häuschen mit nur wenigen Stockwerken, so daß es doch schön ist mal durch die Straße zu schlendern. Mit Bruce bin ich morgens dort hin gejoggt um Brötchen zu holen. Natürlich ist viel auf Motorsport aufgemacht, so wie die Kneipe vor der wir gesessen haben.

Egmond aan Zee

am 14.10 sind wir nach Egmond gefahren. Google zeigte uns zwar drei mögliche Campingplätze, aber es stellte sich heraus, daß es nur einen direkt in Egmond aan Zee gibt. Wir waren nicht die einzigen die etwas suchen mussten bis wir den Platz gefunden hatten. Der Kustpark gehört zur Roompot-Gruppe wie unsere Stammplätze in Domburg und Vrouwenpolder. Leider bestätigt sich auch auf diesem Platz mein Eindruck. Roompot bevorzugt scheinbar die Mieter von Chalets. Die einzige Sanitäranlage ist auch auf diesem Platz in die Jahre gekommen und unser Stellplatz war matschig. Der Service ist zwar freundlich und wir haben einen Platz bekommen obwohl die Stellplätze für Wohnmobile alle vergeben waren. Aber wir haben auch über 40 € pro Tag bezahlt. Da sollte eigentlich alles stimmen. Immerhin funktionierte hier das Wlan und zum Ortskern war es nicht zu weit. Der Platz liegt gleich neben der Dühnenlandschaft. Morgens bin ich eine kleine Runde dort gejoggt und mit Bruce habe ich die Dühnen und das Reservat mit Wildpferden erkundet. An dem Tag war es leider so windig, daß Marion ihr Auge schonen musste und nicht mit kommen konnte. Wir haben uns dann im Strandpavilion „de Uitkijk“ getroffen. Dort waren wir gerne weil man geschützt sitzt und es im Pavilion eine Kolonie Spatzen gab.

Ausflug nach Alkmaar

Mit den Rädern sind wir nach Alkmaar gefahren. Das sind nur ca. 7 km von unsrem Campingplatz aus. Marion hatte als Kind Verwandschaft dort und sie sind damals oft mit den Rädern nach Egmond ans Meer gefahren. Trotzdem hat Marion die Stadt kaum wiedererkannt. Ich hatte Alkmaar kleiner eingeschätzt, aber es hat eine ansehnliche Fußgängerzone und laut Wikipedia so viele Einwohner wie Bergisch Gladbach. In einem Cafe lag eine Katze auf dem Stuhl. Sie ließ sich auch von Bruce nicht aus der Ruhe bringen. Wir sind durch die ganze Innenstadt geschlendert. Es gibt viele interessante Ecken zu sehen. An das Rathaus konnte sich Marion noch erinnern, weil sie dort mal auf einer Hochzeit war.

Am Samstag hatte ich noch eine Radtour nach Bergen aan Zee und Bergen gemacht. Kurz hinter Egmond kann man einen Weg durch den Wald und die Dünen nach Bergen aan Zee nehmen, der schön ist. Nachmittags und Abends waren wir zum Abschied nochmal im Strandpavilion Uitkijk und haben lecker gegessen.

Wir sind am Sonntag, kurz nach 10 Uhr nach Hause aufgebrochen und ohne Probleme angekommen.

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